Argentinien: Iguazu Wasserfälle

Für uns hiess es bald Abschied nehmen von der südlichsten Stadt der Welt. Wohin es uns verschlägt wussten wir aber noch nicht. Es war klar, dass wir die Iguazu-Wasserfälle unbedingt sehen wollen. Unsere argentinischen Freunde wären sehr sehr „enttäuscht“ gewesen, wenn wir diese nicht besuchen würden. Sie meinte: Ohne die Iguazufälle gesehen zu haben müsst ihr gar nicht fragen ob ihr in Buenos Aires bei uns übernachte dürft ;-). Es galt aber zu entscheiden, ob wir auf direktem Weg dahin wollen oder ob wir auf dem Weg noch was sehen möchte. Wir hatten die Idee die Peninsula Valdes zu besuchen. Die Fauna sei da unbeschreiblich. Wale, Robbe, Seeelefanten, Wasservögel und vieles mehr. Durch unsere Recherchen im Internet mussten wir aber leider erfahren, dass wir zur falschen Zeit hier sind. Somit entschieden wir uns gegen diesen Stopp und buchten einen Flug direkt Puerto Iguazu. Mit dem Bus wäre es ein bisschen günstiger gewesen, aber wir wären schon nur bis nach Buenos Aires über 20 Stunden unterwegs gewesen. Natürlich kam uns auch der Dollar-Blue entgegen und somit konnten wir eine einigermassen erschwinglichen Flug ergattern. Dieser ging aber leider erst 2 Tage später und somit besichtigten wir noch zu Fuss Ushuaia und die nähere Umgebung.
Der Receptionist unseres Hostel fragte uns welche Flieger wir nehmen. Als wir ihm sagten, dass wir den 0900 Flug nehmen würde meinte er ganz salopp. Ne, den werdet ihr nicht nehmen. Der hat immer Verspätung. Er sollte Recht behalten und wir mussten 1.5 Stunden am Flughafen von Ushuaia auf unseren Flieger warten. Der Flug verging wie im Fluge und als wir in Puerto Iguazu ankamen traf uns fast der Schlag. In Ushuaia waren wir um unseren Pullover und unsere warmen Jacken froh. Aber wir waren nun wieder fast in den Tropen und demensprechend schwül und heiss war es dann auch. Relativ schnell fanden wir ein kleines gemütliches Hostel. Wir waren nicht wirklich auf der Suche nach einem Partyhostel. Solche hätte es in Puerto Iguazu zu genügen. Für Joanna war das Hostel auch aus einem andern Grund ein Volltreffen: Es hatte zwei ganz junge Hundewelpe. Joana schmolz nur schon beim Anblick der beiden Welpen dahin und es war klar, hier würden wir bleiben. Die meisten Leuten besuchen Puerto Iguazu nur aus einem Grund: Die Iguazu Wasserfälle. Wir gehörten auch zu diesen Leuten. Da wir aber aufgrund unserer langen Reise meisten ein bisschen länger an einem Ort verweilten erkundeten wir auch noch ein bisschen das Städtchen und genossen das warme Wetter. Da Puerto Iguazu am Dreiländereck Argentinien/Paraguay/Brasilien liegt, gab es natürlich auch einen entsprechenden Aussichtspunkt. Dies besuchten wir bei einem ausgiebigen Spaziergang. Zur gleichen Zeit war in Puerto Iguazu auch Karneval angesagt. Natürlich in einem ganz anderen Rahmen als in Rio. Wir wollten dies aber trotzdem sehen und begaben uns zu Fuss zum Festivalgelände. Der Carneval war sehr, sehr klein. Aber wir bekamen trotzdem einen kleinen Eindruck in die „südamerikanische“ Fasnacht. Da es eher ein bescheidener Carneval war, waren wir auch die einzigen Touristen die sich dahin verirrten. Wir hatten unseren Spass und die Einheimischen um uns herum auch.
Der grosse Tag ist gekommen und wir machten uns mit dem Bus auf den Weg zu den Wasserfällen. Wir relativ früh da und mussten bei der Kasse nicht wirklich anstehen. Der ganze Park kann zu Fuss abgelaufen werden. Es gibt aber auch einen kleinen Zug welcher einem zum entferntesten und imposantesten Punkt des Parkes bringt. Wir verbrachten den ganzen Tag im Park und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Wasserfälle sind einfach nur beeindruckend. Der Park zählt nicht wirklich zu den Schnäppchen, aber auf jeden Fall ein Must See in Argentinien. Natürlich hätte man noch etliche Zusatztouren kaufen können, aber für uns reichte es absolut die einmalige Natur zu Fuss zu erkunden und einfach die Kraft des Wassers zu geniessen. An manchen Stellen wurde man durch die Gischt im Nullkommanichts nass. Wir mussten also ein bisschen auf unsere Kamera aufpassen ;-). Wir hatten im Internet viele Bilder des Parkes gesehen, aber keines kam auch nur annähernd an die Wirklichkeit heran. Das Gebiet ist riesig und überall stürzten sich die Fluten in die Tiefe. Klar waren viele andere Leute unterwegs, aber da wir sehr früh im Park waren hatten wir einige Stellen nur für uns. Entgegen allen anderen entschieden wir uns nämlich nicht direkt für die Zugfahrt sondern erlauften die einzelnen „Hotspots“. Da es auch einen brasilianischen Teil des Parkes gibt, war unser nächster Stopp schnell klar. Wir wollten die Wasserfälle auch von der „anderen“ Seite sehen. Die argentinische Seite ist bekannt für die Nähe die man zu den Wasserfällen hat. Die brasilianische Seite ist im Gegensatz dazu bekannt für die Panoramasicht auf die Wasserfälle. Es gab die Möglichkeit die brasilianische Seite mit einer Tagestour zu besichtigen. Dies machten wir dann auch am nächsten Tag.
Es sollte lediglich bei einem Versuch bleiben die Wasserfälle auf der brasilianischen Seite zu sehen. Da wir relativ spät unterwegs waren, kamen wir erst gegen 11 Uhr beim Park an. Und was mussten wir entdecken? Eine riesige Warteschlange. Besser gesagt 2 riesige Warteschlangen. 1 für die Tickets und die andere für die Buse welche dich in den Park bringen. Im Gegensatz zur argentinischen Seit kann der brasilianische Teil nicht zu Fuss erkundet werden. Du musst zwingend zuerst mit dem Bus fahren. Als wir dann endlich unser Ticket hatten merkten wir bald, dass wir eigentlich gar nicht genügend Zeit haben, denn um 1600 fuhr der letzte Bus wieder Richtung Puerto Iguazu. Zum Glück waren die Mitarbeiter sehr freundlich und gaben uns das Geld für die Eintrittskarten zurück. Wir wussten also, wir werden nochmals zum Park gehen, aber wann genau war noch nicht klar. Als wir wieder zurück waren mussten ein Plan B her.

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