Argentinien: Willkommen am Ende der Welt

Mit dem Bus ging es von Puerto Natales direkt nach Ushuaia. Von Punta Arenas haben wir nicht vieles gehört, was uns zu einem Stopp einladen würde. Die Fahrt war lange aber das waren wir ja uns seit Südamerika gewohnt. Es gab aber auch ein kleines Highlight auf dem Tripp. Ähnlich wie schon bei unserem Tripp in Bolivien auf die Isla del Sol wurde unser Bus auf eine Fähre verschifft. Diese nach Ushuaia war aber wesentlich moderner. Das war aber auch nicht schwierig denn die Fähre in Bolivien war ja nur ein grosses Holzfloss. Bei dieser Überfahrt hatten wir ein richtiges Boot unter den Füssen und die Fähre bot auch für mehr Autos und Busse Platz. Wir genossen die Überfahrten und wurden von Delphinen überrascht, welche uns wären mehr oder weniger der ganzen Fahrt begleiteten. Die Delphine spielten mit den Wellen und lieferten sich ein Wettrennen mit unserem Boot. So schnell wie sie auftauchten verschwanden sie auch wieder sobald das Meer flacher wurde.
In Ushuaia war es nicht so einfach ein Hostel zu finden. Die meisten waren ausgebucht und die Preise waren auch in einem anderen Preissegment zuhause als wir das gewohnt waren in Südamerika. Man merkte schnell, dass Ushuaia sehr touristisch ist und dementsprechend die Preise auch höher sind. Die erste Nacht in Ushuaia verbrachten wir in einem kleinen Hostel. Es war das einzige was für diesen Tag noch Platz hatte. Da es aber nicht wirklich ein gemütliches Hostel war organisierten wir direkt am gleichen Tag für die weiteren Tage ein Bett in einem anderen Hostel. Für uns hatte Ushuaia mehr zu bieten als lediglich die südlichste Stadt der Welt zu sein. Wir wollten uns mit dem argentinischen Pärchen wieder treffen, welches wir in China kennengelernt hatten. Sie waren von ihrer Weltreise wieder zurück in Argentinien und arbeiteten die Sommersaison in Ushuaia. Für Argentinier ist die Arbeit in Ushuaia sehr lukrativ, da sie einiges mehr verdienen können als im ganzen Resten von Argentinien. Wir konnten sie an ihrer Arbeitsstelle besuche und verbrachten lustig und spannende Stunden zusammen. Es gab viel zu erzählen. Wir sahen sie ja ebenfalls in Nepal und seit Nepal sind wieder etliche Monate vorbei. Es fühlte sich an, wie wenn wir nie weg waren. Wir verstanden uns sofort wieder super und sie versprachen uns auch, dass wir bei ihnen in Buenos Aires übernachten könnten wenn sie eine Wohnung gefunden haben. Für uns wäre das natürlich super, denn Buenos Aires wird wahrscheinlich unser letzter Stopp auf unserer Reise sein. Das Angebot nahmen wir dankend an und hofften natürlich dass dies klappen würde.
Ushuaia ist der Ausgangspunkt für Kreuzfahrten in die Antarktis. Für uns war es ein Traum die Antarktis zu sehen. Der Ort wäre perfekt dafür gewesen. Leider waren aber die Preise, obwohl die Saison langsam aber sicher zu Ende ging ziemlich heftig. 10 Tage für 6‘000 US-Dollar!?!?!?. Die Preise sind extrem hoch und die Anzahl der Passagiere ebenfalls. Das einzige Schiff welches wärend unserer Zeit ablegte hätte Platz für 140 Passagiere gehabt. Wir hörten von anderen Reisenden, dass es theoretisch auch möglich sei mit privaten Segelbooten den Tripp zu machen. Man solle einfach mal zum Hafen laufen und sich bei den Kapitänen durchfragen. Dies machten wir auch. Leider gab es aber kein Boot welches mit der Richtung Antarktis ablegte. Das Problem war der Zeitpunkt unseres Besuches. Die Saison war langsam aber sicher beendet und nur noch wenige grosse Schiffe führten noch Touren durch. Wir kämpften lange mit der definitiven Entscheidung, aber schlussendlich siegte die Vernunft. Die Antarktis schmilzt uns hoffentlich nicht davon und wir können unseren Traum irgendwann in der Zukunft erfüllen.
Die Frage war nun was wir in Ushuaia unternehmen wollen. Von Freunden aus der Schweiz hörten wir, dass es sich lohnen würde die Insel Navarrino zu besuchen. Die Insel sei zwar sehr klein und hätte eigentlich nichts zu bieten. Man können Trekken und einfach die Ruhe geniessen. Das einzige Problem war nur, wie kommen wir auf diese Insel? Tatsächlich existiert eine „Fährverbindung“. Diese Fährverbindung hätte aber ca. 100 Dollar gekostet (One-Way). Als wir dann noch hörten, dass das Boot lediglich ein kleines Zodiak sei und die Überfahrt ca. 20 Minuten dauert und man anschliessend mit dem Bus noch gut 2 Stunden unterwegs sei waren wir ziemlich konsterniert. Schlussendlich versuchten wir unser Glück wieder mal am Hafen und fragten uns durch die einzelnen Kapitäne durch. Und siehe da: zwei ältere Franzosen meinten es gut mit uns und sagten uns zwei Plätze zu für die Überfahrt welche sie am nächsten Tag geplant hatten. Wir waren natürlich super glücklich. Ganz scheu fragten wir nach, was das den kosten würde. Die zwei schauten uns mit grossen Augen an: Natürlich ist das Gratis, sie würde ja so oder so rüberfahren!?!? Und so machten wir uns am nächsten Tag auf zur Schiffsbehörde um uns mit den beiden Franzosen zu treffen. Und ihr ahnt es wahrscheinlich schon…. Richtig: unsere Reise führt uns wieder zurück nach Chile ;-). Die Insel Navarrino gehört zu Chile und ja, diese ist noch südlicher als Ushuaia und somit ist es eigentlich falsch wenn man vom Ende der Welt spricht wenn man in Ushuaia ist. Es ist richtig, dass Ushuaia die südlichste Stadt der Welt ist, aber es ist nicht die südlichste bewohnte Gegend. Auf der Isla Navarrino gibt es auch noch Leute, welche das ganze Jahr da leben.

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