Brasilien: Bem-vindo ao Rio

Die Fahrt von Foz de Iguazu nach Rio de Janeiro dauerte knapp 24 Stunden. Es war also eine lange Anreise. Aber wir merkten sehr schnell dass es sich definitiv gelohnt hat. Seit langer Zeit hatten wir wieder ein Hostel im Voraus gebucht. Wir wollten einfach nicht lange in Rio nach einer bleibe Suchen und da Rio halt doch ein bisschen grösser ist als die meisten Städte die wir in Südamerika besucht haben war dies wohl keine schlechte Idee. Das Hostel welches wir fanden hatte erst vor kurzem eröffnet und bot die Zimmer zu günstigeren Konditionen an. Wir hatten uns für ein 3er-Zimmer entschieden. Als wir dann aber das 3-er Zimmer sahen waren wir nicht wirklich glücklich damit und entschieden uns für ein „Downgrade“ in ein Dormitory. Da aber nicht viele Leute im Hostel waren schliefen die ersten 3 Nächte nur noch ein anderes Pärchen in unserem 12er Dorm. War also fast wie ein Privatzimmer. Die Leute im Hostel waren sehr freundlich und hilfsbereit. Wir lernten sogar noch ein bisschen portugiesisch mit ihnen.
Ich denke, alleine in Rio könnte man locker zwei Wochen verbringen und es würde einem nicht langweilig. Wir waren immer früh auf den Beinen um möglichst viel von der Stadt zu sehen und wir waren vor allem auf die berühmten Stadtstrände gespannt. Natürlich durften die Christusstatue und der Zuckerhut auf keinen Fall fehlen. Somit war klar, dass die Tage lang werden. Von den Stadtstränden haben wir persönlich einiges mehr erwartet. So wirklich speziell fanden wir die nun keinesfalls. Auch die Behauptung dass es nur so von schönen Menschen wimmelt an den Stränden ist ein bisschen „hochgegriffen“.
Für mich als Fussballfan war es natürlich Pflicht das Maracana-Stadion zu besichtigen. Das Stadion wurde extra für die WM renoviert und hat demzufolge nicht mehr denselben Charm wie das alte. Nichtsdestotrotz war es schon beeindruckend. Wie es der Zufall wollte, fand nur 2 Tage später ein Spiel der Copa Libertadores (Südamerikanische Championslieague) im Maracana statt. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lasse und kauften direkt nach unserer Besichtigung für das Spiel. Wie es der Zufall wollte spielte Flamengo gegen Bolivar. Vielleicht erinnert ihr euch noch an unseren Bericht aus Sucre (Bolivien), auch da haben wir ein Fussballspiel geschaut bei welchem Bolivar dabei war. Das Stadion war nicht so schlecht gefüllt, gut 43‘000 Zuschauer fanden den Weg ins Stadion. Auch 3 Busladungen aus Bolivien waren da. Das Spiel war einfach nur toll. Wir sahen 4 Tore, einen Penalty und das Publikum machte Stimmung wie ich es schon lange nicht mehr erlebt hatte. Bolivar war der krasse Aussenseiter und konnte dem grossen Favoriten ein Bein stellen.
Die nächsten Punkte auf unserer To-Do-Liste waren der Zuckerhut und die Christus-Statue. Den Zuckerhut wollten wir natürlich bei Sonnenuntergang erleben und so schlenderten wir den Tag durch die Stadt und besuchten eine Favele. In Rio gibt es einige Favelas, welche man auch als Tourist ohne grosse Angst besuchen kann. Es war sehr eindrücklich auf wie kleinem Raum die Leute wohnten. Alle Leute welchen wir begegneten in der Favela waren extrem freundlich und zuvorkommend. Joanna musste aber noch eine kleine Schrecksekunde überstehen. Wir standen bei einer Zwischenstation der Favela-Bahn und Joanna wollte ein Foto von der Aussicht machen. Leider verlor sie dabei den Deckel des Objektives. Dieser viel runter ins Unkraut. Wir fragten eine Frau in der Nähe, ob wir den Deckel holen könnten und sie meinter, das sei kein Problem. Als Joanna danach im Unkraut herumturnte hörten wir plötzlich von einem Fenster 2 junge Frauen schreien: „NO, NO, NO, Perigoso, perigoso.Uma vez que tem cobras“. Wir waren also ziemlich schnell aus der Gefahrenzone und Joanna konnte es kaum fassen dass sie in einem Schlangengebiet nach ihrem Deckel suchte.
Langsam wurde es Zeit und wir machten uns auf den Weg zum Zuckerhut. Der Bus der uns zur Talstation führte war ziemlich gut gefüllt und wir waren auf Leute en Mass gefasst gewesen beim Eingang. Glücklicherweise stellte sich dies aber als falsch heraus und wir konnten gemütlich mit der Bahn ganz nach oben fahren. Wir sicherten uns ein schönes Plätzchen mit einer guten Aussicht und harten der Dinge die da kommen würden. Die Aussicht war einfach gigantisch. Wir sahen direkt von oben auf die pulsierende Metropole. Rechts von uns war die Copacabana und am Horizont konnten wir die Christusstatue sehen. Der Fotoapparat lief heiss und Joanna konnte ein paar wirklich tolle Fotos schiessen. Aber das war ja normal, Joanna hat wärend der ganzen Reise viele einzigartige Fotos geschossen. Ein älterer Italiener war begeistert von den Fotos welche Joanna machte. Nichts destotrotz hatte er noch den einten oder anderen „Tipp“ für Joanna parat ;-). Wir genossen die Zeit und als es dunkel war ging es wieder zurück zum Hostel. Glücklicherweise war unser Hostel direkt im Ausgehviertel „Lappa“. Am Wochenende ist da alles auf den Beinen was laufen kann. Überall wird musiziert und es wimmelt von Strassenverkäufern, welche jede Art von Bier und Cocktails verkaufen. Die Preise waren natürlich einmalig für uns: 0.5 Liter Caipirinha für sage und schreibe 2.50 . Was will man mehr. Wir liessen uns im Getümmel treiben und lauschten den einzelnen Sambavorführungen und waren einfach nur glücklich den Abstecher nach Rio gemacht zu haben. Und am nächsten Tag wartete auch schon das nächste Highlight auf uns: der Lagoa da Conceição (Jesusstatue).
Am nächsten Tag kurz vor dem Mittag standen wir also vor dem Kassenhaus für den Corcovado. Die Mitarbeiterin am Schalter meinte, sie hätten erst wieder Tickets für den Zug um 15:00. Aha, dachten wir uns, da ist wohl etwas los und wir überlegten, was wir denn so lange machen könnten. Glücklicherweise fanden sich aber noch zwei Plätze in einem früheren Zug und somit mussten wir nur 15min warten und wir waren schon auf dem Weg zum Corcovado. Der Zug war logischerweise voll und auch die Plattform war ganz schön gefüllt. Es war gar nicht so einfach ein paar schöne Fotos von ihm zu kriegen. Die Aussicht war noch fast besser als vom Zuckerhut aus. Wir waren etwa 2 Stunden auf der Plattform und beobachteten die Leute. Viele legten sich auf den Boden um spektakuläre Bilder vom Corcovado machen zu können. Ein Bild ohne andere Touris war aber eigentlich unmöglich. Es hatte einfach zu viele. Wir möchten gar nicht wissen wie es da zu und her geht wenn dann erst mal die WM gestartet ist.
Die restliche Zeit in Rio verbrachten wir mit ausgedehnten Spaziergängen. Unter anderem besuchten wir mehrmals die Weltberühmte „Escadaria Selarón“. Diese befand sich nur 2 Gehminuten von unserem Hotel entfernt. Eine solche bunte Treppe habe ich noch nie gesehen. Die ganze Treppe wurde von einem einzigen Künstler gebaut. Morgens früh, wenn noch nicht viele Touris da sind kann man ganz schöne Fotos davon machen. Es gabe jedes Mal wieder was Neues zu entdecken. Natürlich durfte auch das Shoppen nicht zu kurz kommen. Wir deckten uns mit vielen paar Flipflops von der Firma „Havaianas“ ein. Die Preise waren einfach zu verlockend ;-). Wir sind nun also stolze Besitzer von je 5 Paar solcher Flipflops!!! Zum Glück hatten wir noch ein Packet aus Foz de Iguazu nach Hause geschickt. Wenn nicht, hätten wir wohl das einte oder andere Paar stehen lassen müssen. Die Tage in Rio waren super. Es war definitiv eine gute Entscheidung Rio ebenfalls zu besuchen. Die Reise war zwar lange aber jede Minute im Bus wert.

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