Chile: Isla Navarino

Entgegen unserer Annahme nach unserm Stopp in Puerto Natales geht es tatsächlich wieder nach Chile. Nach dem wir unsere Ausreisestempfel abgeholt hatten hiess es auf zum Boot. Wir kauften für unsere beiden Kapitäne noch ein Frühstück ein und freuten uns auf den Segeltripp. Mit uns waren noch 3 weitere Gäste auf dem Boot, welche ebenfalls auf die Insel Navarino wollten. Das Wetter war super und wir konnten den 5 stündigen Segeltripp voll geniessen. Wir fuhren auf direktem Weg zum grössten Dorf auf der Insel. Das Dorf hiess Puerto Williams. Als wir in Puerto Williams ankamen sahen wir viele Boote. Wie wir später erfuhren ist die Isla Navarino der Ausgangspunkt für Tripps zum Cape Horn. Die meisten der Boote waren auch wirklich auf dem Weg dahin oder kamen vor kurzem zurück. Anscheinend war die See in den letzten Tagen ziemlich rau um das Cape Horn. Einige Boote versuchten mehrfach die Umrundung aber musste aufgrund des hohen Wellenganges das Unterfangen abbrechen und wieder zurück nach Puerto Williams.
Unsere Kapitäne teilten uns mit, dass wir am nächsten Tag um 10 beim Schiffsbüro sein müssen um den Einreisestempel für Chile zu bekommen. Da wir es mit den beiden Franzosen auf dem Boot super hatten, luden wir sie zu einem gemeinsamen Nachtessen ein. Wir verabredeten uns also gegen Abend im „Dorfkern“. Bevor wir aber mit ihnen essen gehen konnten benötigten wir natürlich noch eine Unterkunft für die nächsten Tage. Geplant war gewesen 1 Nacht zu bleiben und anschliessend den berüchtigten „Dientes de Navarino“-Trek zu machen. Normalerweise benötigt man für diese Trek 5 Tage. Wir trafen aber einen Spanier, welcher diesen Trek in 3 Tagen mit uns machen wollte. Zuerst stimmten wir dem zu, aber nachdem wir uns noch ein bisschen schlau gemacht haben über den Trek entschieden wir uns gegen den gesamten Trek und wollten nur einen 2 Tagestrek machen. Wir suchten also zu dritt eine Unterkunft für die kommende Nacht. Schnell fanden wir auch eine kleine, aber feine Unterkunft. Wir schliefen zu dritt in einem Zimmer und hatten sogar einen Fernseher. Die Frau die für das Hostel schaute war super freundliche und zuvorkommend. Wir fühlten uns direkt wohl. Am Abend haben wir wie vereinbart mit den beiden Franzosen unser Nachtessen eingenommen. Es wurde ein lustiger Abend. Nach dem Nachtessen gingen wir gemeinsam zum Hafen, denn da war eine berühmt Bar, welche in einem alten Schiff ist. Alle Kapitäne und deren Besatzungen trafen sich jeden Abend in dieser Bar und plauderten miteinander über Gott und die Welt.
Am nächsten Tag wollten wir mit den Franzosen unseren Einreisestempel holen und uns fertig machen für den Trek. Da wir für unseren 2-Tagestrek auch wieder ein Zelt, Schlafsack und Kochgeschirr brauchten mussten wir natürlich auch ein Geschäft finden, welches uns Trekkingequipment ausleiht. Aber der Reihe nach. Wie abgemacht standen wir alle zusammen um 10 Uhr bei der Behörde. Leider haben diese 2 Wochen vorher die Öffnungszeiten geändert und somit war ein Aufbruch auf unseren Trek für den Tag bereits morgens um 10 erledigt. Neuer Treffpunkt: selber Ort, aber erst um 16:00. Da wir nun genügend Zeit hatten suchten wir nach einem Laden, der uns das Equipment vermietet. Wir fanden auch schnell einen Laden aber irgendwie war das mit den Öffnungszeiten eine Sache für sich. Theoretisch sollte er offen haben, aber die Türen waren verriegelt. Eine Stunde später konnten wir dann aber unser Equipment mieten und bekamen auch noch so etwas wie eine Wanderkarte ausgehändigt. Zumindest konnten wir darauf unseren Weg für den 2-Tagestrek „sehen“.
Am nächsten Tag ging es los in die Wildnis. Und Wildnis war es dann auch. Wegweiser waren sehr spärlich vorhanden und manchmal konnte man nur erahnen wo der Weg genau hinführt. Das Wetter war leider nicht das Beste aber die Landschaft entschädigte für alle Strapazen. Als wir dann endlich nach gut 6 Stunden unseren Rastplatz für die Nacht gefunden haben waren wir mehr als beeindruckt. Wir campierten an einem einsamen See und nur wir mit unserem Zelt waren da. Es war einfach fantastisch. Die Nachte wurde dann ein bisschen ungemütlich, da es stark begann zu winden und regnen. Nach ein paar Stunden unruhigem schlafen wollten wir raus und wieder zurück nach Puerto Williams. Und siehe da: ES SCHNEITE!? Wärend einer ruhigeren halben Stunden verstauten wir alle unsere Sachen inkl. Zelt und machten uns auf den Rückweg. Das Wetter meinte es wirklich nicht gut mit uns und der Wanderweg, oder besser gesagt Wanderpfad war voll mit Matschlöchern. Etliche malen nahmen wir ungewollt ein Schlammbad mit unseren SOMMERTREKKINGSCHUHEN. Es war wirklich ein Abenteuer wie es im Buche steht. Ein paar Mal waren wir Nahe am „Nervenkolapps“. Aber zusammen haben wir das Abenteuer gemeistert und es war alle Strapazen Wert. Während den beiden Tagen sahen wir genau 3 Leute auf dem Trek. Den ganzen Trek wäre für uns bei dieser Witterung aber definitiv zu heftig gewesen und wir waren wirklich froh, dass wir uns für die Kurzvariante entschieden haben.
Zurück in Puerto Williams checkten wir wieder im gleichen Hostel ein. Wir wurden wieder mit offenen Armen empfangen. Eine Hürde mussten wir nun noch meistern: Wie kommen wir wieder zurück nach Ushuaia? Boote hatte es nicht mehr viele am Hafen. Die beiden Franzosen waren immer noch da und sie gaben uns den Tipp, dass ein Japaner in den nächsten Tagen aufbrechen werde nach Ushuaia. Mit unserem Charm und Offenheit konnten wir den Japaner dazu bewegen dass er uns mitnahm. Und das hiess. Schon wieder 100 Dollar gespart. Wir mussten wieder unseren Stempel holen und dann hiess es warten. Wir waren nochmals ganze 3 Nächte auf der Insel, da das Wetter eine Rückreise nach Ushuaia verunmöglichte. Viel konnten wir nicht machen. Erstens war das Wetter schlecht und zweitens ist Puerto Williams wirklich klein. In unserem Hostel trafen wir dann noch einen verrückten Amerikaner welcher uns ein bisschen Hilflos vorkam. Er erzählte uns Geschichten die man kaum glauben konnte. Da er absolut kein Spanisch und die Frau vom Hostel kein Englisch sprachen mussten wir als Dolmetscher aushelfen. Es war nicht gerade einfach aber irgendwie schafften wir es dass sich die beiden verständigen konnten.
Der Rückweg war dann um einiges länger als die Hinfahrt. Ein Grund war der fehlende Wind und der zweite Grund war das viel kleinere Boot des Japaners. Wir hatten mit dem neuen Kapitän spannende Gespräche über Japan, das Segeln und über vieles andere. Was uns überraschte war, als er uns sagt dass er schon gut 1 Jahr unterwegs ist aber ihm das Segeln eigentlich keinen Spass macht!? Für mich persönlich wäre das Segeln auf die Dauer wohl auch nichts. Die Zeit vergeht halt extrem langsam und so arbeitsintensiv ist es auch nicht wie man das sich vielleicht vorstellt. Wir waren also wieder einmal zurück in Argentinien. Genauer gesagt zurück in Ushuaia. Wir wollten unseren Kapitän zum Essen einladen. Diese Einladung nahm er auch dankend an, aber als es dann ans zahlen ging wollte er plötzlich nichts mehr davon wissen und zahlt fast alles. Wir genossen den Abend zu tritt und verabschiedeten uns voneinander und wünschten ihm alles Gute für seine weitere Reise.

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