Laos: Oh Laos Laos

Wir verliessen Phnom Penh pünktlich und machten uns auf den Weg nach Laos. Don Det war unser erstes Ziel welches wir in Laos ansteuerten. Bevor wir die Grenze überschritten gab es noch eine Überraschung: Als Schweizer kriegst du 2 Wochen umsonst ;-). Der Rest am Grenzübertritt war dann nicht mehr so toll. Wir wurden das erste mal bei einem Grenzübertritt so richtig „verarscht“. Zuerst mussten wir 2 Dollar an die kambodschanischen Grenzwächter bezahlen für den Ausreisestempel und danach nochmals 2 Dollar für den Einreisestempel an die laotischen Grenzwächter. Joanna musste zu den normalen VISA-Gebühren von 30 Dollar noch 1 Dollar für „Overtime“ bezahlen. Als wir endlich im Besitz unseren Einreisestempel waren ging es weiter nach Don Det.

 

Irgendwo in der Pampa wurden wir ausgeladen. Danach hiess es auf den nächsten Bus warten, welcher uns bis zur Fähre bringt. Auch hier will man wieder 3,50 CHF pro Person abkassieren, für eine Mini Strecke, welche uns in Kambodscha nicht einmal 10 Rappen gekostet hat. Aber wir müssen ja rüber. Drüben angekommen, haben wir ein Bungalow schnell gefunden. Auf Don Det verbrachten wir 6 Tage. An unserem ersten Abend durften wir sogleich das bisherige Highlight in Laos erleben. Es war Vollmond und auf dem Festland fand eine Riesen-Party statt. Wir waren zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und hatten die Möglichkeit auf diese Party zu gehen. Die Party war einfach nur grandios. Auf Don Det verbrachten wir auch Silvester. Leider wurde die Silvesterparty kurz vor 12 Uhr abgebrochen, da ein Stroh-Tipi Feuer fing und komplett ausbrannte. Also mussten wir noch kurz umdisponieren und feierten schlussendlich den Jahressprung bei einer Party von Einheimischen.

 

Als wir dann Don Det verliessen bekamen wir zum ersten mal einen Vorgeschmack auf was wir uns in Laos eingelassen haben. Wir buchten von Don Det nach Pakse einen grossen Bus mit A/C. Bereits am Steg auf der Insel war es mehr als chaotisch. Wir wurden hin und her geschickt. Dies ging auf dem Festland munter weiter. Es wurden einfach viel zu viele Billett verkauft. Schlussendlich mussten wir uns mit einem übergrossen TUK-TUK begnügen, welches uns nach Pakse fuhr. Natürlich ohne irgendeine finanzielle Entschädigung. In Pakse buchten wir nur eine Nacht und am nächsten Tag hiess es weiter nach Tha Khaek. Denn da wollen wir die berühmten Kong Lo Cave anschauen. Wir buchten einen Local Bus, da die „VIP“-Busse etwa 3mal so teuer waren. Es wurde uns gesagt, dass die Fahrt etwa 5 Stunden dauert. Was soll man sagen, als wir dann tatsächlich in Tha Khaek ankamen waren sage und schreibe 10.5 Stunden vergangen!?!? Das ist also die berühmte Laostime. Die Laoten können dir also ohne mit der Wimper zu zucken direkt ins Gesicht lügen, was die Dauer der Reise betrifft. Der Buschauffeur hat uns mehrmals versichert, dass es nur noch eine Stunden dauert ;-).

 

Über Tha Khaek gibt es nicht wirklich viel zu schreiben. Wir waren zwei Tage da und haben schlussendlich eine sehr teure Zweitagestour zur Kong Lo Cave gebucht. Für asiatische Verhältnisse war der Preis extrem hoch und wenn wir gewusst hätten, was wir genau für Mehrleistungen bekommen, hätten wir uns wahrscheinlich für eine individuelle Anreise entschieden. Grund: Es war nicht wir angekündigt ein halb privater Localbus ohne Zwischenstops, sondern ein ganz normaler Localbus, welcher nach Laostime fuhr plus Zwischenstops. Somit dauerte auch die Anreise zu der Höhle viel länger als eigentlich geplant und versprochen. Wir hatten Glück, dass wir die Höhle überhaupt noch am selben Tag besuchen konnten. Die Höhle selber war der Wahnsinn. Du kannst sie nur per Boot besuchen und fährst 7.5 km durch die stockdunkle Höhle. Die einzigen Lichtquellen waren die Lampen der beiden Guides. Das erlebte ist schwierig in Worte zu fassen, aber auf jedenfall war die Höhle eine Besichtigung wert. Übernachtet haben wir bei einer laotischen Familie. Zum Essen gab es traditionelle Gerichte aus der laotischen Küche. Wir gingen alle früh zu Bett um fit für den nächsten Tag zu sein. Zum Frühstück gab es Gemüse, Sticky Reis und gebratene Grillen. Ich wollte schon länger mal was ausgefallenes essen und somit probierte ich die kleinen Dinger. Sie waren garnicht mal so schlecht. Wir besuchten an diesem Tag noch einen kleinen Wasserfall, badeten und picknickten dort und machten uns danach auf den Weg Richtung Ventiane.

 

Unser Guide sagte uns, dass alle 10 oder 30 Minuten ein Bus kommen würde, welcher Richtung Ventiane fuhr. Aber nix da, wir warteten und warteten und kein Bus war in Sicht. Joanna meinte nur so nebenbei: Wir können ja Autostopp machen. Ich war von der Idee nicht so begeistert, aber besser als einfach nur warten war sie allemal. Es dauerte nicht lange und ein älteres Paar hielt an und fragte wohin wir möchte: Unsere Antwort war natürlich Vientiane. Sie meinten, da würden sie nicht hinfahren aber sie können uns bis Paksan mitnehmen. Wir sagten sofort ja und nahmen auf der Ladefläche des Pick-Ups Platz. Und so ging die rasante Fahrt Richtung Vientiane los. Wir haben immer wieder auf dem Iphone nachgeschaut (Dank GPS) wo wir uns befinden. Als wir uns schon langsam mit dem Gedanken abgefunden haben, dass die Fahrt jetzt dann bald vorbei ist, weil wir Paksan in wenigen Minuten erreichen werden, war die Überraschung komplett als wir Paksan hinter uns liessen. Wir schauten uns an und wussten nicht so recht, was jetzt los ist. Fahren die jetzt extra wegen uns nach Vientiane? Haben wir sie falsch verstanden? Oder war es grundsätzlich nicht so eine gute Idee bei ihnen einzusteigen? Wir waren jedenfalls froh,wenn wir wieder ein kleines Dorf hinter uns gelassen haben. So wussten wir zumindest, dass wir nicht hier irgendwo einen Schlafplatz suchen müssen. Wir näherten uns in grossen Schritten Vientiane. Das gefiel uns natürlich sehr ;-). Als wir fast in Vientiane waren, hielt das Auto an einem grossen Kreisel. Der Mann stieg aus und meinte, dass sie jetzt in die andere Richtung fahren und Vientiane nur noch 15km entfernt sei. Wir fragten bei ihnen nach, wieso sie nicht in Paksan angehalten haben. Sie meinten, dass sie da gar nie hinwollten und uns auch nicht gesagt haben, dass das ihr Ziel ist. Ihr Ziel war: Phon Hong. Tja, tönt nicht wirklich ähnlich wie Paksan, aber ich denke in der Aufregung war uns so ziemlich egal wohin sie fahren würden. Hauptsache wir kommen Vientiane immer näher. Wir wollten uns beim Paar mit etwas Geld bedanken. Dieses wollten das Geld aber unter keinen Umständen annehmen und wünschten uns noch viel Glück auf der Weiterreise nach Vientiane. Sie haben für uns sogar noch ein Tuk-Tuk aufgehalten, damit wir so schnell wie möglich an unser Ziel kommen. Und dann haben wir Vientiane auch endlich erreicht.

 

Vientiane ist eine sehr „bescheidene“ Hauptstadt. Sie ist nicht zu Vergleichen mit Hanoi oder Phnom Penh. Es ist alles sehr übersichtlich und gut zu Fuss erreichbar. Das aufregendste war wohl der Visarun welcher ich noch machen musste. Da wir länger auf Don Det waren und uns die Reise zu den Kong Lo Cave ebenfalls mehr Zeit beanspruchte, reichen mir die 15 Tage leider nicht aus. Zuerst wollte ich im Immigration Office von Vientiane eine Visa-Extension machen. Das ging aber nicht, da ich ja gar kein Visum habe ;-). Also blieb mir nur eine Möglichkeit: Laos Richtung Thailand zu verlassen und den selben Weg wieder zurück. Wir versicherten uns beim Immigration Office nochmals, ob dies ohne Komplikationen möglich sei: Antwort war JA. Wir mieteten also einen Roller und fuhren die 25km bis zur Grenze. Also stand ich nun an der Grenze. Mit einem komischen Gefühl im Magen machte ich mich auf Richtung Thailand. Nach knapp einer Stunde war alles erledigt. Ich hatte wieder 15 neue Tage Zeit in Laos. Es gab absolut keine Komplikationen und ich musste auch nicht irgendwelche Extragebühren zahlen. Lediglich zweimal ein Busticket (man darf nicht zu Fuss die Grenze überqueren) lösen und das wars!?!? So hätten wir uns das ganze auch beim Grenzübertritt von Kambodscha nach Laos gewünscht.

 

Wir sind nun also gespannt wie unsere weitere Zeit in Laos sein wird. Die nächste Destination werden wir nun mal mit einem „VIP“-Bus ansteuern. Wir hoffen sehr, dass der nicht nach LAOSTIME fährt. Unsere Fazit bisher: Landschaftlich hat Laos einiges zu bieten. Leider wird man, zumindest wie wir es bis jetzt erlebt haben, als wandelnder Geldautomat betrachtet. Ebenfalls haben wir extrem Mühe mit der LAOSTIME. Diese ist einfach extrem ermüdend und nervenaufreibend. Hoffen wir, dass wir das „Schlimmste“ hinter uns haben.

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