Laos: Vientiane und der Norden

Nach unserem Besuch der laotischen Hauptstadt Vientiane hiess es für uns weiter Richtung Norden. Unser nächster Halt war Vang Vieng. Einigen ist dieses Dorf vielleicht ein Begriff. Noch bis vor kurzem war Vang Vieng die Partyhochburg in Laos. Der Ort war berühmt für sein Tubing und die unendlich vielen Bars entlang des Flusses. Hunderte von Partywütigen liessen sich den Fluss hinunter treiben und hielten bei jeder Gelegenheit an um sich eins hinter die Binde zu kippen. Aufgrund von zu vielen Toten Anfang letzten Jahres, wurde das Betreiben von Baren so nahe am Fluss verboten und die bestehenden mussten abgebrochen werden. Durch diese Tatsache bekam Vang Vieng ein ganz anderes Gesicht. Es laufen nicht mehr Hordenweise Betrunkene Touris durch die Gassen. Es hat zwar immer noch viele junge Touristen aber diese sind vor allem wegen der unzähligen Höhlen und natürlichen Pools nach Vang Vieng gekommen. Es gibt hier unzählige Hostels und viele kleine Restaurants bzw. Bars. Zur Zeit sind aber die Meisten wohl halb leer. Dementsprechend sind auch die Preise ziemlich niedrig. Wir besuchten mit dem Fahrrad die „Blue Lagoon“. Dies ist eine eindrückliche Höhle, welche man selber erkunden kann mit einem natürlichen Outdoor-Pool in welchem man schwimmen kann. Ohne Licht wäre man verloren gewesen. Eine Japanerin hat uns ihre Miet-Stirnlampen umsonst angeboten. Es war ein super Erlebnis. Des weiteren besuchten wir einen Wasserfall, welcher ein bisschen ausserhalb war. Um dahin zu gelangen mieteten wir uns einen Roller und machten uns auf den Weg durch die eindrucksvolle Landschaft. Überall sieht man die Karstberge und Reisfelder. Wir fuhren durch kleine Dörfer und konnten den Leuten bei den Feldarbeiten zu sehen. Da die Strassen nicht im besten Zustand waren, schlugen wir ein mehr als gemächliches Tempo ein ;-). Der Wasserfall lag im dichten Dschungel. Leider war der Wasserfall nicht gerade eindrücklich, da es aktuell Trockenzeit ist und der Wasserfall nur ein Bruchteil des normalen Wassers mitführt :-(.

 

Nach 3 Tagen Vang Vieng hiess es weiter nach Luang Prabang. Wir entschieden uns für eine Nachtfahrt. So konnten wir eine Übernachtung sparen und da wir bis jetzt in jedem Bus mehr oder weniger schlafen konnten wäre es auch nicht so schlimm, wenn wider mal die Laostime zuschlagen würde. Der Bus hatte „nur“ 20 Minuten Verspätung. Wir dachten, das fängt ja schon mal gut an. Der Bus war aber relativ Komfortabel und so nahmen wir die 10 stündige Busfahrt in Angriff. Es war morgenfrüh kurz vor 6 Uhr. Wir fuhren auf einen grossen Platz und dann brach bei den Einheimischen plötzlich Hektik aus. Wir Touris schauten uns gegenseitig an und waren alle der Meinung: Das kann unmöglich Luang Prabang sein. Wir sollten ja erst in einer Stunde da ankommen. Die Überraschung war nun umsogrösser, als wir erfuhren, dass wir tatsächlich schon da waren!?!? Wir hielten es nicht für möglich, dass ein Bus mal schneller als geplant ist :-).

 

Wie üblich war der Busbahnhof nicht direkt im Zentrum und die Tuk-Tuk-Fahrer riechen natürlich sofort das Geschäft. Zu 6 warteten wir also, bis wir für einen vernünftigen Preis in die City gelangen können. Schlussendlich gab ein Tuk-Tuk-Fahrer nach und fuhr uns zu unserem gewünschten Preis in die Stadt. Da es noch sehr früh war, waren allen Guesthäuser und Cafés noch geschlossen. Somit hiess es warten. Als wir ein Café fanden welches gerade öffnete gönnten wir uns zuerst ein kleines Frühstück. Nach dem Frühstück machten wir uns auf die Suche nach einem Schlafplatz für die nächsten Tage. In Luang Prabang wimmelt es nur so von kleinen Hotels und Guesthäuser. Aber auch die Preise variieren extrem. Schlussendlich haben wir ein nettes Guesthaus am Mekong gefunden. Bereits bei der Suche nach einem Hotel merkten wir schnell, dass uns Luang Prabang gefallen würde. Überall kleine schmale Strässchen mit kleine Shops und Cafés. Es erinnerte uns ein wenig an Hoi An (Vietnam). Luang Prabang kann man sehr gut mit dem Fahrrad erkunden. Dies machten wir dann auch. Die Stadt ist „übersäht“ von Tempeln. Dies zieht sich auch auf die Umgebung von Luang Prabang weiter. Überall wo du hinkommst ist in der nähe irgendwo ein Tempel. Für Tempelliebhaber ist Luang Prabang ein definitives muss, wenn er mal in Laos sein sollte. Es hat ein paar wirklich schöne Tempel, aber für uns sind die meisten halt einfach „nur“ Tempel, welche wir auf unserer Reise schon 100mal gesehen haben. In einem kleinen Tempel setzten wir uns auf eine Steinbank um die Ruhe zu geniessen. Wenn wir ehrlich sind war es aber weil Joanna wieder mal einen kleinen Hund entdeckt hatte ;-). Während wir da so auf der Bank hockten und Joanna mit dem Hund spielte kam ein junger Mönch auf uns zu. Er setzte sich hin und begann uns „auszufragen“. Wir plauderten mit dem jungen Mönch über Laos, Luang Prabang und vieles mehr. Es war eine wunderbare Begegnung und liess uns so einige „unschöne“ Begegnungen welche wir in Laos hatten ein bisschen vergessen. Ein nächstes Ziel war der Kuang Si Wasserfall. Wir wollten diesen nicht mit einer Tour sondern auf eigene Faust erkunden. Dies war am einfachsten mit dem Roller möglich, da der Wasserfall ca. 30 Kilometer ausserhalb von Luang Prabang liegt. Die Miete für den Roller hat uns fast die Sprache verschlagen. Wir zahlten den höchsten Preis welchen wir je bezahlt haben für einen Roller. Aber für 20 Franken bekäme man bei uns in der Schweiz wohl knapp ein müdes Lächeln ;-). Normalerweise zahlten wir bis anhin so um die 8 bis 10 Franken für die Tagesmiete eines Rollers. Wir überlegten 2 Tage ob wir den Roller mieten wollen oder nicht. Wir waren uns nicht wirklich sicher ob es sich lohnt, da ja Trockenzeit ist und der letzte Wasserfall (Vang Vieng) ein ziemlicher Reinfall war. Schlussendlich entschieden wir uns für den Wasserfall und das war definitiv eine super Entscheidung. Nur schon die Fahrt zum Wasserfall ist wunderschön. Auch der Wasserfall ist definitiv eine Besichtigung wert. Wichtig: Badehose nicht vergessen!?

 

Nach ein paar Überlegungen entschieden wir uns, Laos den Rücken zu kehren und weiter nach Thailand zu reisen. Wir möchten ja noch so viel von der Welt sehen, dass wir nicht überall das Maximum des Visums ausreizen können ;-). Eine weitere Busfahrt in Laos wollten wir uns ersparen und somit entschieden wir uns für einen Flug nach Bangkok. Wir gingen also in diverse Touribüros und wollten uns über die Preise informieren. Und siehe da: Alle Flüge nach Bangkok für die nächsten 4 Tage sind total ausverkauft. Mmm, was machen wir denn jetzt? An diesem Tag wollten wir auch den Wasserfall besuchen und somit waren wir im Besitz eines Rollers. Joanna meinte nur so: „Wir können ja zum Flughafen fahren und da nachfragen“. Für mich war diese Idee zuerst ein bisschen komisch, da uns ja gesagt wurde dass alle Flüge ausgebucht seien. Zum Glück habe ich nicht auf meine innere Stimme gehört und so sind wir also zum Flughafen gedüst. Und ja, der nette Herr am Schalter meinte, das er für morgen 2 Plätze frei hätte. Wir fragten, wie denn das sein könnte und er meinte, so 2 Plätze könnten sie meistens noch frei machen. Einige Plätze werde ja wieder storniert, etc. Somit hiess es also am nächsten Morgen früh aus den Federn. 06:00 war Check-Inn.

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