Myanmar: Das geheimnisvolle Land

Als wir am 7. Februar am Flughafen von Yangon ankamen, lagen drei spannende Wochen Myanmar vor uns. Der Flughafen selber fiel schon sehr viel spärlicher aus, als die zwei Flughafen von Bangkok und so bekamen wir einen aller ersten Eindruck von dem was uns in Myanmar erwarten würde. Gleich nach der Ankunft und Passkontrolle mischten wir uns unter die Touristen, die US Dollar in einheimische Kyats tauschen wollten. Es fing eine kleine Diskussion an, ob man nun am Flughafen oder auf dem Schwarzmarkt (wie im Lonely Planet beschrieben) das Geld tauschen soll. Tatsächlich war es vor einiger Zeit besser auf dem Schwarzmarkt zu tauschen, das gehört jedoch der Vergangenheit an. Am Flughafen und bei den Banken haben wir den besten Kurs bekommen.

 

Am Ausgang warteten schon diverse Taxifahrer, die einen für überteuerte 8 Dollar ( im Normalfall nicht mal knapp die Hälfte) in die Stadt bringen. Wir entschieden uns für den lokalen Bus, der uns innerhalb der nächsten Stunde für 200 Kyats (ca. 20 Rappen) in die Stadt brachte. Im Bus selber waren wir eine kleine Sensation und durften direkt beim Fahrer vorne sitzen, es war sehr spassig und wir genossen die kleine Extra Behandlung.

 

In Yangon hatten wir tatsächlich das Glück, dass wir jemanden fanden, der uns für einige Zeit bei sich zu Hause übernachten liess. Klar hätten wir gerne bei Burmesen Daheim übernachtet, ihnen ist es aber verboten Ausländer bei sich auf zu nehmen. Und selbst wenn Myanmar sich nach Aussen hin öffnet, hat sich noch nicht viel geändert, die Menschen werden noch immer vom Militär beobachtet und sind oft im Handeln eingeschränkt. Unser Host ist also eine Dame aus Estland, die schon länger in Myanmar lebt. Sie war bei unser Ankunft in Yangon noch nicht Daheim und so schlenderten wir mit unserem Gepäck durch die Stadt. Yangon war heiß, staubig, teils runtergekommen und schmuddelig. Unsere Rücksäcke wurden immer schwerer und so waren wir dankbar, als uns ein Burmese, ein lokales Restaurant empfohlen hat, wo wir uns ausruhen und was essen konnten.

 

Im Restaurant selber wurden wir schnell zum Gesprächsstoff. Ein Burmese hat gleich sein ganzes Englisch zusammen gekratzt und uns schüchtern gefragt, woher wir kämen. Natürlich sagten wir „Switzerland“, aber wir haben gelernt dass die viele die Schweiz nicht kennen oder mit Schweden verwechseln. Wir haben dort noch einige Stunden verbracht, köstlich gegessen und Yangon auf uns wirken lassen. Als wir gingen, hat uns das ganze Restaurant, Mitarbeiter und Kunden, verabschiedet und freundlich gewunken. „“Jöö…“ dachten wir, die sind ja lieb.

 

Angekommen im Apartment unseres Hosts, fand draussen ein grosses Benefiz-Konzert statt. Es wurde Geld, Haushaltswaren und Kleidung gesammelt für die Menschen im Norden, welche zur Zeit unter kriegerischen Auseinandersetzungen leiden. Das Konzert ging bis tief in die Nacht und es war sehr laut, aber wir waren so müde, dass wir mühelos einschliefen. Erst die schwüle Hitze am nächsten Tag liess uns aufwachen.

 

Wir wollten den Tag so gut es geht nutzen und machten uns auf in die Stadt… Es war noch heisser und noch staubiger und überall der schon fast obligatorische Plastikmüll. An diesem Tag kümmerten wir uns zuerst um unsere Bustickets nach Bagan und dann besuchten wir noch DIE Pagode überhaupt in Myanmar, die Shwedagon Pagoda. Und WOW, wir haben ja schon viele Pagoden gesehen, aber diese hier, war einfach nur wunderschön. Uns blieb die Spucke weg. Alles vergoldet und verziert, kleine und grosse Buddhas. Besonders der Anblick des Lichts, der untergehenden Sonne, die sich in den goldenen Dächern und Türmen spiegelte, hat uns fasziniert. Wir sassen minutenlang da und betrachteten einfach nur die Menschen, die um uns herum schwirrten. Wir wären auch noch länger da gesessen, doch man hatte uns im Visier. Eine Gruppe aus etwa 5 Studenten und einem Mönch war für die nächsten 1.5 Stunden unsere “Beschäftigung“. Es entwickelte sich ein spannendes Gespräch mit vielen lustigen und schockierenden Inputs. Gesprochen wurde in mal besserem und mal schlechterem Englisch, aber wozu haben wir Hände und Füsse.

 

Irgendwann wurde es Zeit Yangon zu verlassen. Unser Host liess uns voll gepackt mit guten Tipps und Wünschen ziehen, und dann auch noch mit der Einladung, die letzte Nacht in Yangon wieder bei ihr zu verbringen. Natürlich haben wir ihr diesen “Wunsch“ nicht ausgeschlagen. Einige Stunden später, am Busbahnhof wartend, lernten wir Antonio kennen. Die Chemie passte und so nahmen wir in Bagan einen Raum zu Dritt. Das war nicht so einfach, die meisten Hotels waren ausgebucht. Wir schlenderten von Haus zu Haus, der Rucksack immer schwerer werdend und kassierten einen Korb nach dem anderen. Eine Australierin die auch mit uns auf die Suche gegangen war, hat relativ schnell kapituliert und wurde von Minute zu Minute unerträglicher. Zugegeben, waren wir alle drei froh, als sie sich entschied den Stein zu machen und sich nicht mehr fort zu bewegen. Dann endlich, 10 Minuten später fanden wir ein Hotel welches noch einen Zimmer hatte, welches wir auch bezahlen “konnten“, oder besser gesagt “wollten“. Vor allem im Winter 2012/13 sind die Zimmerpreise wie kleine Raketen nur noch so nach oben geschossen. Das was sie dafür aber bieten, ist eigentlich ein Witz. Zimmer für die wir in Kambodscha, Vietnam, Thailand oder Laos zwischen 7 bis 13 USD gezahlt haben, kosteten nun zwischen 25 und 35 Dollar, manchmal inklusive Bettwanzen. Glücklicherweise war das meiste lokale Essen, mit zwischen einem halben bis 2 Dollar, sehr günstig und balancierte die Tagesausgaben wieder aus.

 

Bagan, wow… einfach wunderschön. Zwar heiß und staubig, dafür trocken. 3000 Pagoden verteilen sich hier quer über das Land, mal ganz schlichter Backstein, mal Weiss und mal Gold. Wir waren begeistert. Mit Antonio mieteten wir die ersten zwei Tage Fahrräder und besuchten so viele Tempel wie möglich, am Ende des Tages, in der Frische des Abends gab es was Feines für den Hunger und viel Gesprächsstoff über Gott und die Welt. Das waren drei wirklich unvergesslich schöne Tage, in denen wir auch Judith und Manuel aus Belgien kennenlernten. Diese versuchten Myanmar mit dem Rad zu erkunden. Wir machten uns alle am gleichen Tag auf den Weg nach Mandalay. Antonio, Raphi und ich, bequem im klimatisierten Bus. Judith und Manuel mit dem Rad und einen Abstecher zum Mt. Popa. Wir waren wirklich nicht neidisch und fast ein bisschen skeptisch, wie lange sie das aushalten würden. Es war mit ca. 35° wirklich sehr heiß.

 

In Mandalay angekommen, ging die Hotelzimmer Safari wieder los. Von einem Korb zum anderen, trotteten wir durch das staubige Mandalay. Ein Zimmer, welches uns vorgeführt wurde, war frei und sogar bezahlbar. Aber ehrlich gesagt, dieses Zimmer hätten wir nicht einmal geschenkt genommen. Am Ende gingen wir zurück zum Angebot vom Classic Hotel, erbeuteten uns aus Mitleid 5 Dollar Rabatt und bezogen ein Dreier-Zimmer im zweiten Stock. Dieses war sogar nicht übel und unterschied sich bei Weitem, von dem ersten Zimmer, welches man uns beim ersten Versuch zeigte.

 

Wir gönnten uns eine kurze Verschnaufpause und dann ging es auch schon raus, die nähere Umgebung erkunden. Antonio war überhaupt nicht begeistert von Mandalay und wollte nur noch eine Nacht in der Stadt verbringen. Wir konnten es ihm wirklich nicht verübeln. Es war noch staubiger, noch heisser und sehr schwül. Und obwohl wir Indien noch nie gesehen hatten, erinnerte und diese Stadt an jenes Land. Glücklicherweise hat es sich Antonio anders überlegt und wir machten einen Sightseeing-Tag draus. Wir sahen viel, unter anderem den Mandalay Hill, den Sunset Point und die U-Bein-Brücke.

 

Was uns am Mandalay-Aufenthalt am Besten gefallen hat sind die zwischenmenschlichen Begegnungen. Wir lernten zum Beispiel einige junge Musiker kennen, die uns im Restaurant auf der Gitarre vorspielten und sangen. Aber ganz klar, hervorgehoben, hat sich der wohl sympathischste Kellner Myanmars – Kyaw Htwe. Mit Englisch lief bei ihm nicht viel, so gab es eigentlich keine grossartigen Konversationen… aber er war so ein liebenswerter Typ, wir hatten einfach riesig Freud an ihm. Als wir irgendwann erfahren haben, dass er erst 17 ist und nicht zur Schule gehen kann weil er Geld verdienen muss. Dass er tagtäglich an die 10 Stunden arbeitet und nur alle 3 Monate einen Tag frei hat… er tat uns sooo Leid. Es ist ja nicht so, dass am Ende des Monats grosses Geld bei heraus kommt.

 

Nach der Zeit in Mandalay wurde das Trio aufgelöst. Antonio wollte zum Inle Lake und wir noch nach Hsipaw einige Kilometer weiter nord-östlich. Der Bus, welcher uns nach Hsipaw bringen sollte, war ein Nachtbus. Und was tut man da? Schlafen natürlich, sofern das überhaupt geht. Oft werden nämlich die ganze Nacht irgendwelche Schnulzen gespielt oder Filme gezeigt. Nach einiger Zeit siegte die Müdigkeit und wir schliefen ein. Zwischendurch ging das Licht an, wir merkten, dass der Bus steht, da sich aber keiner sichtlich rührte, schliefen wir weiter. Irgendwann gegen 4 Uhr in der Nacht ging wieder das Licht an, die Leuten verliessen den Bus und wir fragten, ob wir schon in Hsipaw sind. – Lashio! – bekamen wir als Antwort. – No no, we want to go to Hsipaw, next Stop? – No, this is Lashio, Hispaw is behind… – versuchte uns ein Burmese so gut es geht auf Englisch zu erklären. Wir haben Hsipaw also tatsächlich um gute 2 Fahrtstunden verschlafen. Den Guide im Bus zu beschuldigen, dass er uns nicht geweckt hat, hätte unser Problemchen auch nicht gelöst und wir stiegen aus. – Was machen wir jetzt? – dachten wir. Eine Möglichkeit wäre zu warten und um 6 Uhr den Bus nach Hsipaw zu nehmen. Wir setzten uns also ins benachbarte Tea House, schlürften heissen Tee und machten einen Schlachtplan.

 

Wir blieben. Eine einzige Nacht wollten wir uns gönnen. Ein Hotel zu finden, welches Ausländer aufnahm und bezahlbare Zimmer hatte, erwiess sich hier als unmöglich.Wir nahmen das einzige Zimmer was wir fanden. Stolze 35 Dollar liessen wir liegen. Das Zimmer war ganz ok, aber wenn man sieht, das Einheimische immer nur die Hälfte zahlen müssen, ist das schon ziemlich ärgerlich.Wir kriegen ja nicht irgendwie einen Extra Service oder so. Frühstück gabs auch nicht. Während wir auf Hotelsuche waren entdeckten wir einen umwerfend schönen Markt. Er war voll mit Händlern und natürlich Kunden. Weil es keinen Strom gab, behalf man sich mit Kerzen. Der Anblick war unbeschreiblich. Im Kerzenschein wurde Gemüse und Früchte an den Mann gebracht. Viele Händler kamen aus den Bergdörfern und so sahen wir auch diese, zum ersten Mal wirklich authentisch.

 

Lashio an sich hatte nicht viel zu bieten und Pagoden und Tempel hatten wir ja schon zu Genüge gesehen. Am Abend, auf der Suche nach einem Restaurant, stiessen wir aber dann auf eine Englischklasse. Die Schüler riefen uns zu sich, sie wollten sich unbedingt mit Ausländern austauschen. Es war klasse, wir sangen zusammen englischsprachige Popsongs und tauschten uns zu allen möglichen Themen aus… die grosse Überraschung kam dann zum Schluss. Die ganze Klasse sammelte Geld, sie wollten uns unbedingt zum Essen einladen. Minuten später brausten sie voll bepackt mit verschiedenen Leckereien an. Es war köstlich, aber einfach viel zu viel. Ein toller Abschluss in Lashio, das Verschlafen lohnte sich.

 

Nächstes Ziel – Hsipaw. Hier waren wieder mehr Touristen unterwegs. Mehr Restaurants, mehr Hotels… mehr Englisch. Unsere erste Bleibe hier war sehr runtergekommen, aber ganze 20 USD teuer, ohne Bad. Wir wechselten am nächsten Tag für 5 USD mehr, in ein sehr schönes Zimmer, mit Bad und AC. So konnten wir unsere Tage in Hsipaw auch viel besser geniessen.

Am ersten Tag machten wir uns auf mit dem Rad, erkundeten die Gegend und wollten uns unbedingt die Popcorn Fabrik anschauen. Schade, die gab es nicht mehr, es ist nun ein Restaurant. Weiter ging es zu “Little Bagan“ und dem “Bamboo Buddha“und seinem Kloster. Kaum haben wir das Kloster betreten, kam schon ein älterer Mönch auf uns zu. Die kommenden zwei Stunden verbrachten wir mit ihm, quatschten über dieses und jenes, tranken Tee und assen Kekse. Etwas überrascht waren wir, als der Mönch plötzlich eine Videokamera heraus zauberte und anfing uns zu filmen. Seltsam, so fühlen sich also die Mönche die von Touristen, ungefragt, fotografiert werden. Am nächsten Tag wollten wir trekken… Wir durchquerten Felder, einen riesigen Friedhof und kamen an einigen Shan-Dörfern vorbei, kein sonderlich spektakulärer Trekk, aber ok.

Am Abend waren wir kaputt und hungrig. Ab ins Restaurant, dann zügig ins Hotel und packen. Am nächsten Tag ging es mit dem Zug weiter. Die Einheimischen nennen diesen Zug übrigens liebevoll “Der tanzende Zug“, was auch zu trifft. Er wackelt, quietscht und rüttelt.

 

Die Tickets konnten erst eine Stunde vor der Fahrt gekauft werden. Für uns Ausländer, kostet der Zug wieder mal doppelt und wir dürfen auch nur in Dollar zahlen. Klar, der Zug kommt vom Staat und der ist scharf auf schöne glatte Dollarnoten. Dafür haben wir aber in Sonntagsschrift geschriebene Zugbillets erhalten, das gibt’s bei der SBB nicht. Das Highlight der Fahrt war der Gokteik Viadukt.

 

Ganze 6 Stunden später, 4 Stunden länger als mit dem Bus, sind wir endlich in Pwin U Lyuin angekommen. Was sollen wir sagen. In den Reisebüchern wird die Stadt besser dargestellt, als sie ist. Wir blieben aber trotzdem zwei Nächte, ein bisschen Sightseeing und ein Besuch im Waisenhaus sollte drin liegen. Wir genossen das Klima, es war wieder etwas kühler und viel weniger staubig. Für die Kinder im Waisenhaus haben wir einige Schreibhefte und Stifte besorgt und sind recht nervös hin geradelt. In unserem Reisebuch stand, dass man gerne mal ne Stunde Englischunterricht geben oder einfach mit den Kindern spielen kann. Leider haben wir uns einen schlechten Zeitpunkt ausgesucht, alle Kinder waren in der Schule. Dafür zeigte uns die Krankenschwester sämtliche Zimmer und beantworte alle Fragen bei einem Kaffee. Tatsächlich ist es sogar so, dass von den Mitarbeitern die Ehepartner und die eigenen Kinder auch im Waisenhaus leben. Die Mitarbeiter werden nämlich rund um die Uhr gebraucht.

 

Inle Lake – so hiess unser letzter Stopp vor Yangon. Angekommen sind wir mitten in der Nacht, alles schlief noch. Wir wurden trotzdem sehr freundlich bei einer Travel Agency mit Tee empfangen und konnten unser Gepäck dort lassen, während wir ein Hotel suchten.

 

Statt umher zu irren, haben wir uns ein Telefon gesucht und alle möglichen Nummern abgeklappert, leider ohne Erfolg. Zu Teuer oder ausgebucht. Glück im Unglück. Eine Dame, deren Telefon wir benutzen konnten, hat ein Zimmer für uns auftreiben können.

 

Der Inle Lake ist voll mit Touristen, kein Wunder. Es ist einer der schönsten Flecke in Myanmar.

Am zweiten Tag gönnten wir uns einen Tagesausflug mit dem Boot für nur 14’000 Kyats und besuchten diverse Stationen am und auf dem See. Einen Blumenmarkt, schwimmende Dörfer, Seidenmanufakturen, Tempel und die schwimmenden Gärten. Das Highlight schlechthin sind hier trotzdem die Fischer. Sie sind berühmt dafür, dass sie auf einem Bein stehend, mit dem anderen Bein rudern. In den zwei Händen halten sie ihr Netz und fischen. Im morgendlichen Licht und Dunst über dem Wasser hatte das einen ganz speziellen Reiz.

 

Gegen 22 Uhr wieder im Hotel angekommen, merkten wir, dass unsere Rucksäcke bei der Rezeption standen. – Oh nein… bitte nicht, die haben uns doch wohl nicht aus gecheckt – dachten wir. Oh doch, man dachte tatsächlich, wir wollten nur eine Nacht bleiben und hat unser Gepäck aus dem Zimmer entfernt. Unser Zimmer war bereits besetzt und das Hotel ausgebucht. Schöne Scheisse! Plötzlich fand sich doch noch ein Zimmer, eines ohne Bad, ohne Tv, ohne Schrank.. eigenlich ohne Alles… bis auf zwei Betten. Dafür gab es einen Rabatt von 50%, also nahmen wir es. Was hätten wir auch sonst tun sollen. Trotzdem zogen wir nochmal los in ein anderes Hotel um nach Zimmern zu fragen. Wir hatten Glück und wechselten am nächsten Tag.

 

Das Star Hotel in Nyaungshwe, am Inle Lake, ist wirklich empfehlenswert. Das Einzige was einen bitteren Geschmack hinterliess, dass ich mir dort das Knie verstaucht hatte. Der Boden war nass und zack ist es passiert. Die letzten Tage am Inle Lake verbrachten wir daher ganz entspannt, keine Touren, keine Trekkings. Das tat auch mal gut und wir lernten hier und dort wieder neue Menschen kennen, mit denen wir uns austauschten. Eine der schönsten Begegnungen war wohl diejenige mit einem Restaurantbetreiber. Er hatte Wochen zuvor einen Motorradunfall und bewegte sich nur langsam und sehr vorsichtig, er hatte sichtlich noch starke Schmerzen. Als er mich humpeln sah, musste er lachen.. – Accident with Motorbike? – Er holte sofort Medizin aus seinem Schrank und wollte es mir schenken, damit es mir bald wieder besser geht. Ich fühlte mich hin und her gerissen, er hatte es ja viel nötiger. Er bestand darauf, dass ich wenigstens das Tigerbalsam nehme. Er meinte, er könnte sich ein Neues leisten. – Das kann ich doch auch – dachte ich, aber liess ihm seinen Willen. Wir bedankten uns, wünschten ihm alles Gute und gingen.

 

Wir haben in Myanmar so viele tolle Menschen erlebt, so viel Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft, so viel ehrliches Interesse, wir haben so viele interessante Gespräche geführt… In keinem anderen asiatischen Land, haben wir uns so gut aufgenommen und wohl gefühlt. Wir sind dankbar, konnten wir dieses noch immer authentische Myanmar so erleben. Männer in Röcken und Frauen und Kinder mit Thanaka im Gesicht. In Zukunft wird sich hier viel ändern… nicht immer nur zum Guten.

 

Judith und Emanuel haben wir übrigens am Inle Lake wieder getroffen. Sie haben das Reisen mit den Fahrrädern aufgegeben und waren nun auch wie wir, eher mit Bussen unterwegs.

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